|
1x Gold, 1x Silber und
2x Bronze beim
WSKA - Shotokan - World-Cup in Chicago am 1./2. Oktober
2005
Unter der Leitung von Gunnar Weichert
nahmen 10 Athleten am diesjährigen Worldcup der
Stilrichtung Shotokan teil. Das Team setzte sich aus
Kerstin Merkert, Sabrina Haas, Sabine Schneider, Franziska
Krieg, Wasja Baumann, Nika-Wolk Tsurtsumia, Christian
Grüner, Silvano Wagner, Frank Reuter und David
Ruppert zusammen. Begleitet wurde das Team weiterhin
von den internationalen Kampfrichtern Klaus Sterba und
Jan Geppert.
In der überraschend schönen
Stadt Chicago hatte Team-Chef Gunnar Weichert zunächst
mit etlichen Schwierigkeiten (Transfer, Trainingsmöglichkeiten,
etc.) zu kämpfen, da die Organisation dieser Meisterschaft
mit der typisch amerikanischen Gelassenheit begonnen
wurde. Nichts desto trotz war die Stimmung im jungen,
deutschen Team gut. Denn anders als bei sonstigen internationalen
Meisterschaften wurden viele Dinge geschlossen unternommen,
von der Anwesenheit des gesamten Teams in der Halle
während aller Entscheidungen bis hin zum gemeinsamen
Essen gehen.
Kata Einzel Junioren weiblich
Kerstin Merkert erreichte, ebenso wie
Franziska Krieg problemlos das Halbfinale der besten
8. Mit 0,3 Zehnteln Rückstand wurde Kerstin Merkert
am Ende 5. Franziska Krieg hingegen zog als Drittbeste
ins Finale ein und erkämpfte sich dort mit einer
sehr guten Goju-Shio-Sho einen hervorragenden dritten
Platz!
Kumite Einzel Junioren männlich
Anders als bei den Meisterschaften der
EKF und WKF gibt es bei der WSKA keine Gewichtsklassen,
so dass Wasja Baumann und Nika-Wolk Tsurtsumia in der
gleichen Kategorie starteten. Wasja hatte sich gleich
im ersten Kampf mit dem starken Anthony Duffy aus England
auseinander zu setzen. Dieser ging sofort mit Gyaku-Zuki
in Führung, doch Wasja glich kurz danach zum 1:1
aus. Aus einer Ai-Uchi Situation heraus wurde nach Kampfrichter-Shugo
Wazari für den Gyaku-Zuki des Engländers gegeben.
Da es keine Trostrunde gab, war Wasja somit leider ausgeschieden.
Ganz anders verlief es für Nika. Er hatte sich
von Anfang an sehr gut auf das Shobu-Ippon-System eingestellt
und gewann alle seine Vorrunden-Kämpfe (gegen Österreich,
USA und Schweden) vorzeitig mit Ippon. Mit Radovan Simic
aus der Schweiz hatte Nika im Halbfinale eine nicht
ganz einfache Aufgabe, doch er gewann letztendlich auch
diesen Kampf mit Ippon. Im Finale stand er dann Florian
Neissel aus Österreich gegenüber, den er die
ganze Zeit kontrollierte und so am Ende mit 1:0 gegen
ihn gewann. Somit wurde Nika Shotokan-Worldcup-Sieger!
Kata Einzel Senioren weiblich
In dieser Disziplin starteten ebenfalls die beiden Nachwuchsathleten
Franziska Krieg und Kerstin Merkert, die hier aber schon
in den Vorrunden ausschieden. Weiterhin am Start waren
Sabrina Haas und Sabine Schneider. Sabrina schied leider
in der letzten Vorrunde gegen die Polin Wolna aus, aber
Sabine Schneider setzte sich sowohl in den Vorrunden
als auch im Halbfinale souverän durch. Sie zog
als Zweitbeste ins Finale ein, in dem sie unglücklich
4. wurde. Leider spiegelt dieses Ergebnis nicht die
wirkliche Leistung von Sabine wieder!
Kumite Einzel Senioren
Beflügelt durch die Erfolge des Vortages
gingen Christian, Frank, David und Silvano entsprechend
motiviert an den Start.
Währenddessen David und Frank ihre Kämpfe
gegen die zum Teil ungewöhnlich kämpfenden
Athleten aus Südafrika und der Schweiz verloren,
hatten Silvano und Christian weniger Probleme, sich
auf den Kampfstil ihrer Gegner einzustellen. Silvano
gewann seine ersten 2 Kämpfe gegen Wales und Kanada
vorzeitig mit Ippon. In Runde 3 stand er dann Daniel
Ruegg aus der Schweiz gegenüber. Es war ein durchweg
ausgeglichener Kampf, den der Schweizer am Ende mit
2:1 für sich entscheiden konnte.
Nun ruhten alle deutschen Hoffnungen noch auf Christian,
welcher schon etliche Male im Shobu-Ippon-System erfolgreich
war. Seine Vorrunden-Kämpfe gegen Italien, Österreich,
Belgien und England gewann er sicher, womit er im Halbfinale
stand. Dort traf Christian auf den diesjährigen
EKF-Europameister Fehmi Mahalla (Schweiz), den er überraschenderweise
mit Ippon besiegte. Das Finale bestritt er dann gegen
Shane Dorfman aus Südafrika. Christian tat sein
Bestes und kämpfte bis zum Schluss verbissen, doch
der Südafrikaner war an diesem Tag leider unschlagbar.
So hieß es am Ende Silber für Christian Grüner!
Kata Team Senioren weiblich
Ähnlich wie Sabine Schneider in den
Einzelkämpfen am Vortag sollte es unserem Kata-Team
ergehen. Mit Startplatz Nr. 5 und einer soliden Goju-Shio-Sho
hatte eigentlich es keine schlechten Vorraussetzungen,
das Finale der Besten 4 zu erreichen. Doch die Österreicher
auf Startplatz 6 erhielten so eine hohe Wertung, dass
bei den im Anschluss startenden Weißrussen die
Wertungen nicht mehr der gezeigten Kata entsprechend
nach unten gingen. Damit verfehlte das deutsche Team
(Sabine Schneider, Franziska Krieg und Kerstin Merkert)
um 0,2 Zehntel den Einzug ins Finale und wurde so 5.
Kumite Team Senioren männlich
Die letzte Disziplin des Tages waren wie
immer die Teambegegnungen der Herren. Der erste Gegner
für Deutschland hieß Irland. Nika und Frank
gewannen ihre Kämpfe vorzeitig mit Ippon, Christian
seinen mit 1:0, David und Silvano erreichten jeweils
ein unentschieden. Damit stand unser Team in Runde 2
den starken Engländern gegenüber. Wasja gewann
seinen Kampf durch Kontakt-Hansoku seines Gegners. Frank
erhielt für einen guten, aber leider zu harten
Jodan-Gyaku-Tsuki Hansoku. Anschließend gewannen
Christian und Nika ihre Kämpfe mit Ippon und Silvano
kämpfte unentschieden. Damit stand Deutschland
im Halbfinale - gegen den Ausrichter USA. Die voll besetzte
Halle tobte schon den Tag lang und jetzt, da sich andeutete,
dass die Amerikaner auf Medaillenkurs waren, glich sie
einem Hexenkessel. Die Begegnung war die gesamte Zeit
über ausgeglichen und bis zum Schluss blieb alles
offen. David erkämpfte zuerst ein unentschieden,
Frank und Christian verloren danach unglücklich
mit 1:2. Nika wiederum entschied auch diesen Kampf vorzeitig
für sich mit Ippon für Jodan-Uramawashi-Geri.
Jetzt lag alle Last auf Silvano, der sehr gut kämpfte
und mit Wazari in Führung ging. Der Amerikaner
glich mit Jodan-Uchi zum 1:1 aus. Silvano griff weiter
an und platzierte kurz vor Schluss einen sauberen Chudan-Mawashi-Geri,
der leider nicht gewertet wurde. Somit hieß es
am Ende unentschieden für Silvano und damit Gesamtsieg
für die Amerikaner, die an diesem Abend durch den
Heimvorteil und die gigantische Unterstützung des
Publikums auch das Finale gegen Polen für sich
entschieden. Für Deutschland war dies eine weitere
hart erkämpfte Bronzemedaille, auf die das Team
wirklich stolz sein kann.
Abschließend bleibt zu sagen, dass
bei dieser Meisterschaft insgesamt eine sehr freundschaftliche
Atmosphäre herrschte und dass sich unser noch junges
deutsches Team hervorragend "verkauft" hat.
Dadurch waren spätestens bei der Fare-Well-Party
am Sonntagabend alle Enttäuschungen (fast) vergessen
und die erreichten Erfolge wurden gemeinsam mit den
anderen Teams gefeiert. Dieses höchste Shotokan-Stilrichtungsturnier
wurde von allen Athleten als eine positive Erfahrung
aufgenommen und sollte in Zukunft auch weiter besucht
werden.
Text und Photos by Corina Müller
|